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Always On? Wie Du aus der Abwärtsspirale des Burn-On aussteigst





Übermüdet, angestrengt, nervös und unsicher. Vollkommen erschöpft. Ohne jegliche Kraft und Motivation, auch nur irgendetwas zu tun, das über das absolut Notwendige hinausgeht. Ständig unter Druck, immer getrieben, permanent unter Strom. Und dennoch stets pflichtbewusst alles erfüllend, schaffend und erledigend. Der Moment, in dem nichts mehr geht, scheint zum Greifen nah, doch der Motor läuft und läuft und läuft…“.

PERMANENT AM LIMIT!

Immer häufiger höre ich Menschen in ihren Zwanzigern und Dreissigern von tiefgreifender Erschöpfung, mentaler Überlastung, Mental Load, Antriebslosigkeit und gleichzeitig von unbändigem Stress berichten. Sie fragen sich, wie es sein kann, dass sie lächeln, immer weitermachen und sich dennoch so fühlen, als würden sie jeden Moment zusammenbrechen. Alles, was sie zeigen, sind eindeutige Symptome eines Burnout, jedoch ohne, dass es bei ihnen zu einem totalen Zusammenbruch kommt, einem Crash, in dem der Körper, der Geist, die Seele und die Psyche abschalten und in den Notmodus gehen. Sie bewegen sich mit voller Kraft immer an und über ihrer Grenze des Möglichen, der eigenen Kräfte, am Rande des Zusammenbruchs, und doch scheinen sie dauerhaft zu brennen, unter vollem Adrenalin zu stehen, immer zu funktionieren. Sie sind im ‚Burn-On-Modus‘.

Egal, wie es in ihnen aussieht, egal, wie hoch die Arbeitsbelastung, der Mental Load, die Anforderungen und Herausforderungen ihres Lebens gerade sind: sie funktionieren, laufen immer weiter, zeigen nach aussen keinerlei Symptome von Erschöpfung, Ermüdung und Depression, sondern von Arbeitswut, Überdrehung und voller Power.

ALWAYS ON!

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, ob das schon wieder eine neue Modeerscheinung ist, nach dem Motto: „Nachdem Burnout quasi salonfähig geworden ist, kommt nun also der Burn-On.“ Doch was bedeutet Burn-On aus einer ganzheitlichen Perspektive, auf einer tieferen Ebene? Erkennst Du Dich selbst vielleicht sogar wieder? Was möchte Burn-On uns über unsere Gesellschaft und unseren Umgang mit Mental Health sagen?

Burn-On bezeichnet einen Zustand der physischen und psychischen Dauererschöpfung, das Gefühl, einfach nicht mehr zu können, permanent am Limit zu laufen, ohne dass es zu einem Zusammenbruch kommt. Die Betroffenen zeigen eindeutige körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verspannungen, Unruhe, Erschöpfung, Kraftlosigkeit und dauerhafte Anspannung. Zu den psychischen, emotionalen, und mentalen Charakteristika gehören Niedergeschlagenheit, Sensibilität und ein hoher Grad an emotionaler Erschöpfung bei gleichzeitiger totaler Adrenalinausschüttung. Personen aus dem Umfeld von Menschen, die von Burn-On betroffen sind, beschreiben diese als überdreht, nicht mehr erreichbar und total in die Arbeit und ihre Aufgaben versunken und auf deren perfekte Erfüllung fokussiert. Jegliche Ansprache, der Versuch einer Kontaktaufnahme, eines Durchdringens, scheitern an der aufrechterhaltenen scheinbar perfekten Fassade. Während beim Burnout unser Körper irgendwann die Notaustaste betätigt und herunterfährt, passiert beim Burn-On genau das Gegenteil: der Crash bleibt aus und wird durch einen permanenten mentalen, körperlichen und psychischen Dauerlauf ersetzt. Egal welche Symptome und negativen Gefühle der Erschöpfung, Verzweiflung, Depression und auch Sinnlosigkeit auftauchen, der Motor, das permanente Getriebensein und Weitermachen, lassen sich nicht anhalten. Die Betroffenen sind nicht zu bremsen und das, obwohl alles in und um sie herum nur noch „Stopp!“ schreit.

WO STEHEN WIR?

Was hält uns davon ab, uns konsequent für mehr Mental Health-Awareness und damit für uns selbst einzusetzen? Warum nehmen wir uns selbst und unsere Mental Health nicht ernst und schenken ihr die Aufmerksamkeit und Fürsorge, die es braucht, um als ganzheitliches Wesen ein erfülltes und erfüllendes Leben zu führen? Mit Sicherheit die Stigmatisierung und das negative Image, mit denen psychische Herausforderungen in unserer Gesellschaft belegt werden. Doch das Fundament bilden wir, unsere Selbstwertschätzung und Selbstfürsorge, unser Umgang mit Mental Health und die geringe Bedeutung, die wir selbst unserer mentalen, psychischen und spirituellen Gesundheit beimessen.

Sehr schnell tendieren wir dazu, uns nicht mehr selbst in den Fokus zu nehmen, nur noch einem Bild, einer Vorstellung von uns selbst hinterherzujagen oder die gefühlten und tatsächlichen Erwartungen der Aussenwelt, der Arbeitgeber:innen, Kolleg:innen, Freund:innen, Familie und Partner:innen, zu erfüllen und dem an uns herangetragenen Bild zu entsprechen. Wir verirren uns in einem Labyrinth aus Selbstverleugnung, Selbstaufgabe und Fremdbestimmtheit. Unsere Gedanken kreisen dann um Selbstentwertungen und -abwertungen wie: „Wenn ich mich selbst in den Fokus nehme und mich um mich kümmere, bin ich egoistisch.“ „Mental Health zu priorisieren bedeutet krank oder gestört zu sein.“ Und „Wenn ich kommuniziere, wie ich mich gerade fühle, wie es in mir aussieht, denken alle, ich sei schwach, nicht lebensfähig und klein.“ Diese und viele weitere unbewusste Glaubenssätze steuern uns und unser Verhalten. Wir schauen weg, ignorieren, verstecken und verleugnen uns selbst, unsere Bedürfnisse, Wünsche und Visionen, werten uns selbst und unsere Mental Health als nicht so wichtig ab und verlieren immer mehr den Zugang zu uns selbst, unseren Emotionen und unserem innersten Kern. Doch was kann ich tun, um mir selbst wieder mit Liebe, Achtung und Wertschätzung zu begegnen, mich mit mir, meinem Innersten und meiner Mental Health zu verbinden?

ACHTSAM WAHRNEHMEN!

Stell Dir jeden Tag mehrmals die Frage, wie Du Dich fühlst. Bin ich müde, ängstlich, verwirrt, überlastet, bedrückt … ? Wie sieht es in mir aus? Notiere Deine persönlichen Antworten in einem Emotions-Tagebuch. Wenn Dir Schreiben nicht entspricht, um Dir über Deine Emotionen klarzuwerden, kannst Du andere Formen finden, die Dir einen Zugang zu Deinem Innersten ermöglichen. Arbeite mit Emojis, Naturbildern, Farben, Gerüchen oder Musik, um Deine individuelle Ausdrucksmöglichkeit zu finden. Beobachte Dich aufmerksam und nimm Dir jeden Tag genügend Zeit, um in Dich hineinzuspüren, wahrzunehmen, wie Du Dich fühlst, wie es in Dir aussieht, wie es Dir geht. Und dann?



GLAUBENSMUSTER AUFDECKEN!

Welche Überzeugungen von Dir selbst, Deinem Verhalten und Deinem Leben hast Du? Denkst Du, Du bist nur gut genug, wenn Du immer arbeitest, über Deine Grenzen gehst und niemals kommunizierst, wenn Dir etwas zu viel wird? Meinst Du, „Nein“ zu sagen bedeutet schwach, egoistisch und nicht belastbar zu sein? Bist Du davon überzeugt, wenn Du Dich öffnest, Deine Emotionen offenbarst, machst Du Dich angreifbar und verletzlich? Dann wirst Du enttäuscht? Ist es fest in Dir verankert, dass ein gelingendes, erfolgreiches Leben nur dann möglich ist, wenn Du permanent über Deine Grenzen gehst, Dich verausgabst und Deine Mental Health ignorierst? Wenn Du ständig busy, eingespannt, überarbeitet und überlastet bist? Bemisst sich Erfolg an Deinem Grad der Erschöpfung oder den Arbeitsstunden in der Woche?

Jeden Tag laufen in uns verschiedenste unbewusste Programme ab, die uns genau jene Glaubenssätze immer wieder in Erinnerung rufen und sie fest in uns und unserem Leben verankern. Ein kleiner Impuls von aussen, ein kleiner ‚Ping‘ genügt, und sie werden angesprochen und wirken in uns. Sie halten uns in den Vorstellungen und Wahrnehmungsmustern gefangen, die wir als Kinder und Heranwachsende bewusst und unbewusst erlernt haben. Mit der Zeit sind diese Vorstellungen mit uns, unserer Selbstwahrnehmung und unserem Blick auf die Welt verwachsen, sodass wir sie immer wieder reproduzieren, ausleben und zu unbewussten Handlungsmaximen machen.

Um uns aus diesen häufig sehr einschränkenden, selbstabwertenden und selbstmissachtenden Denk- und Verhaltensmustern zu befreien, müssen wir diese bewusst in den Fokus rücken und durch positive, für uns selbst passende neue Glaubenssätze ersetzen. Doch was braucht es dazu?



SETZE NEUE ANKER!

Immer dann, wenn Du spürst, dass Du gegen Dich selbst, Deine eigenen Bedürfnisse und Deine Überzeugungen handelst; wenn Du Dich nicht mehr mit Dir und Deinen Entscheidungen und Deinem Handeln wohlfühlst; wenn Du Dir selbst mit grosser Strenge, Härte und Selbstabwertung begegnest, dann ist gerade ein Glaubensmuster in Dir wirksam.

Sobald Dir das auffällt, halte ganz bewusst einen Moment inne, um in Dich hineinzuspüren und Dir bewusst zu machen, wie Du Dich tatsächlich, in Deinem Innersten fühlst, wie es Dir in dem Moment wirklich geht. Versuche Dich in ein paar tiefen und achtsamen Atemzügen ganz auf Dich, Dein Innerstes und Deine Emotionen zu konzentrieren. Was nimmst Du wahr? Spür genau hin und lass Deine Gefühle in Dein Bewusstsein vordringen. Sieh jedes Gefühl an und begegne ihm mit Wertschätzung und Achtung. Wenn Du wahrnimmst, dass Du alle Emotionen angeschaut und gewürdigt hast, versuch zu erspüren, was eigentlich aus Dir heraus möchte. Welche Bedürfnisse, Sehnsüchte und Vorstellungen schlummern dort? Welche dieser Qualitäten möchtest Du statt der internalisierten Glaubensmuster in Dein Leben holen? Was soll Dich ausfüllen und ausmachen? Welcher inneren Überzeugung möchtest Du folgen und mehr Raum geben? Lass Dich nur von Deinem Innersten, Deiner inneren Stimme, Deinem Gefühl, leiten.

Wenn Du die Qualitäten, nach denen Du Dich sehnst und die Du zu den Handlungsmaximen Deines Lebens machen möchtest, erspürt hast, sieh sie Dir genauer an. Was macht sie aus? Mit welchen Symbolen, Bildern oder Worten verbindest Du diese Qualitäten? Wie möchtest Du Dich in Deinem Leben und mit Dir fühlen? Begib Dich auf die innere Suche nach einem neuen Anker, einer Versinnbildlichung dieser Qualitäten. Das kann ein Objekt, ein Spruch, ein Bild, ein Musikstück oder irgendetwas sein, dass für Dich die Qualität und Dich in Deinem ‚neuen‘ Leben ausmacht. Lass Dich von Deiner Intuition leiten, bis Du Deinen neuen Anker gefunden hast. Und dann?



MACH DIR DEIN ZIEL IMMER WEIDER BEWUSST!

Etabliere eine neue gedankliche Routine, die es Dir ermöglicht, aus Deinen festgelegten Glaubenssätzen auszubrechen und die von Dir visualisierten Qualitäten in Dein Leben zu holen. Erinnere Dich jeden Tag mehrfach daran, wie Du Dich mit Dir, in dem Dir aus Deinem Innersten entsprechenden Leben fühlen möchtest; welche Werte, Vorstellungen und Visionen Dir in Deinem Leben wichtig sind und welchen Qualitäten, Emotionen und Handlungen Du mehr Raum geben möchtest. Immer wenn Du in den Stress, den permanenten Adrenalinrausch und die komplette Missachtung Deines Selbst, Deiner Wünsche, Bedürfnisse und Visionen zu gehen drohst, wenn Du Dich im Burn-On-Modus befindest, erinnere Dich an Deinen neuen Anker und manifestiere Deinen Purpose und Dein sinnhaftes Leben, wie Du es für Dich nach und nach realisieren möchtest. Wann immer Du zweifelst, haderst, drohst, in Deine alten Verhaltensmuster und Glaubenssätze zu verfallen und Dich von allen empfunden und faktischen Herausforderungen, Stressoren und Verpflichtungen überfordert fühlst, geh in Deinen individuellen Ankerraum und spüre die neuen Qualitäten, das Gefühl, das für Dich mit Deinem ureigenen, ganz individuellen Leben verbunden ist. Nach einigen Wochen hat sich Dein neues Bewusstsein herausgebildet und Du hast die neuen Qualitäten, Emotionen und Handlungsmaximen in Deinem Leben fest verankert. Doch, reicht das dann aus, um aus der Spirale des Mental Load, der Vielbelastung und der mentalen Herausforderungen auszubrechen? Um Deine Mental Health wieder in Einklang mit Dir und Deinem Leben zu bringen? Um ein erfülltes und erfüllendes Leben voller SINNlichkeit, Leidenschaft und Präsenz zu leben?

Nein! Dazu braucht es ein Umdenken, eine Neukodierung von Mental Health in der Gesellschaft, wie auch ganz konkrete Massnahmen, um uns Menschen als ganzheitliche Wesen wahrzunehmen und wertzuschätzen; um uns den Raum für Wachstum, Entwicklung und Achtsamkeit zu eröffnen. Um uns und unsere Mental Health, Spiritual Health, Physical Health, Psychological Health und Social Health in das Zentrum zu rücken, zur Basis des individuellen und gesellschaftlichen Lebens zu machen. Doch beginnen musst Du bei Dir!

GIVE YOURSELF THE LOVE, APPRECIATION AND ATTENTION YOU DESERVE!

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Beitrag: Blog2 Post